Drei Orte. Eine Gemeinschaft.
Glaube im Herzen der Insel.
Gemeinschaft und Begegnung.
Ein Ort zum Ankommen.
Im Lindauer Stadtteil Zech, unweit des Bodensees und der österreichischen Grenze, steht die katholische Kirche Maria, Königin des Friedens. Sie ist ein vergleichsweise junges Gotteshaus und erzählt doch eine besondere Geschichte – eine Geschichte vom Neubeginn, vom Glauben und von der Sehnsucht nach Frieden.
Während das Lindauer Münster auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblickt und die St.-Josef-Kirche in Reutin bereits 1936 entstand, wurde die Kirche in Zech erst in den Jahren 1956 bis 1958 erbaut.
Es war eine Zeit, in der die Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch in der Erinnerung vieler Menschen lebendig waren. Deutschland befand sich im Wiederaufbau, und auch in Lindau veränderte sich das Leben. Neue Wohngebiete entstanden, Familien fanden eine neue Heimat, und mit ihnen wuchs der Wunsch nach Orten der Begegnung und des gemeinsamen Glaubens.
In dieser Zeit erhielt auch Zech seine katholische Kirche.
Mit der Planung wurden die Architekten Thomas Wechs der Ältere und Thomas Wechs der Jüngere beauftragt. Sie entwarfen ein für die damalige Zeit modernes Gotteshaus, das sich deutlich von den traditionellen Kirchenbauten unterschiedStatt eines langen rechteckigen Kirchenschiffs entstand ein Kirchenraum mit einem ungewöhnlichen, keilförmigen Grundriss. Ein seitlich angeordneter Turm und die angeschlossenen Nebengebäude ergänzten das Bauwerk.
Maria, Königin des Friedens
Besonders bedeutungsvoll ist der Name der Kirche.
Sie wurde der Gottesmutter Maria unter dem Titel „Königin des Friedens“ geweiht.
Gerade in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte dieser Name eine besondere Aussagekraft. Er erinnerte daran, wie kostbar der Frieden ist und wie sehr die Menschen auf Versöhnung, Sicherheit und eine bessere Zukunft hofften.
So lässt sich die Kirche auch als Sinnbild einer neuen Zeit verstehen: Nach den Jahren der Zerstörung sollte wieder etwas wachsen, das Menschen verbindet und ihnen Zuversicht schenkt.
Ein Mittelpunkt des Gemeindelebens
Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Kirche zu einem vertrauten Ort für die katholischen Familien in Zech.
Hier kamen Menschen zusammen, um Gottesdienste zu feiern, ihre Kinder taufen zu lassen, die Erstkommunion zu erleben, zu heiraten oder von Angehörigen Abschied zu nehmen.
Eine Kirche lebt schließlich nicht allein durch ihre Mauern, sondern vor allem durch die Menschen, die sie mit Leben erfüllen.
Auch das kirchliche Miteinander entwickelte sich weiter. Seit 2005 gehört die Pfarrei Maria, Königin des Friedens gemeinsam mit St. Josef in Reutin und dem Münster Unserer Lieben Frau auf der Lindauer Insel zur Pfarreiengemeinschaft Lindau-Insel.
Ein Zeichen des Friedens bis heute
Heute erinnert die Kirche Maria, Königin des Friedens an die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit und an den Wunsch der Menschen, gemeinsam eine friedliche Zukunft zu gestalten.
Anders als die alten Kirchen Lindaus beeindruckt sie nicht durch jahrhundertealte barocke Pracht, sondern durch ihre eigenständige Architektur und ihre besondere Entstehungszeit.
Sie ist ein Gotteshaus, das aus der Hoffnung einer neuen Generation entstanden ist.
Und vielleicht liegt gerade darin ihre schönste Botschaft: Frieden ist niemals selbstverständlich. Er muss immer wieder gesucht, bewahrt und miteinander gelebt werden.
So bleibt die Kirche Maria, Königin des Friedens ein sichtbares Zeichen des Glaubens und der Hoffnung – mitten in Lindau-Zech.
GRUNDSTEINLEGUNG AM SONNTAG DEN 09. FEBRUAR 1958
WEIHE DES GOTTESHAUSES AM SAMSTAG DEN 20 DEZEMBER 1958
Die Kirche „Maria, Königin des Friedens" (Architektur Thomas Wechs, Augsburg, Mitarbeiter Thomas Wechs jr., Augsburg) bildet städtebaulich das Gelenk zwischen der bestehenden nordöstlichen und südwestlichen Siedlungsgruppe von Lindau-Zech.
Der sich aus der Form des Bauplatzes ergebende konische Kjrchengrundriß ergibt einen Innenraum, bei dem alle Linien die Gläubigen (500 Sitzplätze) auf das Zentrum, den Altar, hinführen wollen. Der sich im Südosten anschließende Hof wird vom Kindergarten, Pfarrsaal und Pfarrhof umschlossen. Hinsichtlich der Gestaltung der Umgebung hofft der Architekt, daß der Zechwald wieder aufgeforstet und der Gedanke eines Friedensdenkmals an der geplanten Autobahn unterstützt wird.
„Du aber, Hl. Erzengel Michael, stoße den Satan und alle bösen Geister, welche zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen, durch die Kraft Gottes in die Hölle."
Das Gemälde im Chor zeigt Maria, Königin des Friedens. Sie ist begleitet von fünf Heiligen: Johannes der Evangelist, Gregor der Große, Franz von Assisi, Klara und Notburga.
Das Glasfenster geschaffen von Prof. Georg Bernhard - 1985 - Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Schön, dass wir
uns begegnen.